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Bestürzung nach Schul-Massaker in Texas: So reagiert die Welt auf das Amok-Blutbad von Uvalde

Ein 18-jähriger Todesschütze hat an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas ein Blutbad mit mindestens 19 minderjährigen Opfern angerichtet. Die Bestürzung ist enorm: US-Prominente und Politiker fordern Konsequenzen des Amoklaufs.

Einsatzkräfte versammeln sich nach der tödlichen Schießerei n einer Grundschule von Uvalde im US-Bundesstaat Texas. Bild: picture alliance/dpa/AP | Dario Lopez-Mills

Diese Bluttat sorgte für Entsetzen und Fassungslosigkeit weit über die Grenzen von Texas hinaus: An einer Grundschule in der kleinen Stadt Uvalde nahe San Antonio hat ein 18-Jähriger am 24. Mai (Ortszeit) mindestens 19 Kinder erschossen. Auch mindestens zwei Erwachsene wurden bei dem Vorfall getötet. Der Schütze wurde nach ersten Erkenntnissen von Sicherheitskräften getötet. Zunächst war unklar, ob er zu den erwachsenen Todesopfern gezählt wurde.

Nach dem tödlichen Amoklauf an der Grundschule meldete sich nicht nur die politische Elite zu Wort, auch zahlreiche Prominente äußerten ihre Bestürzung nach den Todesschüssen.

Bundespräsident zu Massaker in USA: Trauer und Schmerz unermesslich

 

Nach dem Amoklauf an einer texanischen Grundschule mit mindestens 19 getöteten Kindern hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erschüttert über die Bluttat geäußert. "Der grausame Tod wehrloser Kinder, die voller Neugier und Lebensfreude am Anfang ihres Lebens standen, macht mich fassungslos. Trauer und Schmerz der Eltern, Geschwister, Freunde und Familien sind unermesslich. Es gibt keine passenden, heilenden Worte im Angesicht solchen Leids", schrieb Steinmeier am Mittwoch an US-Präsident Joe Biden.

Das deutsche Staatsoberhaupt sprach Biden und dem amerikanischen Volk, auch im Namen aller Bundesbürger, sein Beileid aus. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl. Den Verletzten wünsche ich eine rasche Genesung."

Weiter schrieb Steinmeier: "Und der amerikanischen Demokratie, der wir Deutsche so vieles zu verdanken haben, wünsche ich die Kraft und den Zusammenhalt, um das Problem der Waffengewalt an der Wurzel zu packen. Wir stehen an Ihrer Seite." Nach der Bluttat war in den USA erneut eine Debatte über eine schärfere Regulierung des Waffenbesitzes entbrannt.

Hillary Clinton: "Wir werden zu einer Nation der gepeinigten Schreie"

Nach dem Massaker an einer texanischen Grundschule hat die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton die politische Pattsituation beim Vorgehen gegen Waffengewalt kritisiert. "Gedanken und Gebete sind nicht genug. Nach Jahren von nichts anderem werden wir nun zu einer Nation der gepeinigten Schreie", schrieb die Demokratin am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. "Wir brauchen einfach Parlamentarier, die bereit sind, die Plage der Waffengewalt in Amerika zu stoppen, die unsere Kinder umbringt."

Auch ihr Ehemann und früherer US-Präsident Bill Clinton mahnte rasches Handeln an. "Wir schulden diesen Familien - und den Familien, die ähnliche Verluste erlitten haben, wie erst vergangene Woche in Buffalo - Taten. Genug ist genug", twitterte der 75-Jährige. Die Amerikaner stimmten dem mit überwältigender Mehrheit zu. Es sei nun an den gewählten Vertretern aller Parteien, vernünftige Maßnahmen zu finden, um die Sicherheit von Kindern und Gemeinden zu gewährleisten. "Propaganda und Paranoia haben uns zu lange davon abgehalten, uns hierbei gegenseitig zu helfen. Wir können es besser machen - und besser sein. Der Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt", hieß es weiter.

Macron zu Massaker an US-Schule: Teilen Schock, Schmerz und Wut

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sein Mitgefühl nach dem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas mit mindestens 19 erschossenen Kindern zum Ausdruck gebracht. "Wir teilen den Schock und den Schmerz des amerikanischen Volks und die Wut derjenigen, die kämpfen, um der Gewalt ein Ende zu bereiten", schrieb Macron am Mittwoch auf Twitter. Den Anschlag nannte der französische Staatschef feige.

Scholz bekundet Beileid nach Massaker an Grundschule in Texas

Nach dem Amoklauf an einer texanischen Grundschule mit mindestens 19 erschossenen Kindern hat Bundeskanzler Olaf Scholz den Hinterbliebenen und Verletzten sein Beileid bekundet. Das "unfassbare Massaker" lasse sich kaum in Worte fassen, twitterte der SPD-Politiker am Mittwoch auf Englisch. Er sprach "unseren amerikanischen Freunden" sowie Präsident Joe Biden sein Beileid aus.

SPD-Chefin Saskia Esken schrieb auf Twitter von unfassbarer Trauer und unfassbarer Wut. "Wieder sind unschuldige Menschen, ja: Kinder! in den USA Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Sie sind auch Opfer derjenigen, die gegen alle Vernunft eine schärfere Regulierung des Waffenbesitzes verhindern!"

Die Chefin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, schrieb auf Twitter von erschütternden Nachrichten. "Wann endlich gibt es schärfere Waffengesetze?!", fragte auch sie.

Papst nach Amoklauf an US-Schule: "Mein Herz ist gebrochen"

Papst Franziskus hat sich erschüttert gezeigt vom Amoklauf in einer amerikanischen Schule mit mindestens 19 getöteten Kindern. "Mein Herz ist gebrochen nach dem Blutbad in der Grundschule in Texas", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz. "Ich bete für die Kinder, für die toten Erwachsenen und für deren Familien." Es sei höchste Zeit, den "wahllosen Handel mit Waffen" zu stoppen, forderte der Pontifex in seiner kurzen Ansprache. "Wir müssen alle mithelfen, dass solche Tragödien nicht wieder passieren."

Sängerin Swift nach Schulattentat "erfüllt von Wut und Trauer"

Die US-Popsängerin Taylor Swift (32) hat sich nach dem Schulmassaker in Texas mit emotionalen Worten an ihre Fans gewandt. "Ich bin erfüllt von Wut und Trauer und so gebrochen durch die Morde in Uvalde. Durch Buffalo, Laguna Woods und so viele andere. Durch die Art und Weise, wie wir als Nation auf unfassbaren und unerträglichen Kummer konditioniert wurden", schrieb der Superstar auf Twitter.

Dazu teilte Swift ein Video des Basketball-Meistertrainers Steve Kerr von den Golden State Warriors. Dieser hatte am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz vor der Playoff-Partie bei den Dallas Mavericks in einem Gefühlsausbruch strengere Waffenkontrollen in den USA gefordert. Der 56-Jährige richtete sich direkt an 50 Senatoren, die schärfere Waffenvorgaben bislang verhinderten. Kerrs Worte seien wahr "und sie schneiden so tief", schrieb Swift dazu.

Hollywood-StarMcConaughey nach Schulmassaker: "Wir müssen es besser machen"

 

Nach dem Massaker an einer Grundschule in seiner texanischen Heimatstadt Uvalde hat Hollywoodstar Matthew McConaughey (52) mehr Einsatz im Kampf gegen Waffengewalt gefordert.

"Dies ist eine Epidemie, die wir in den Griff bekommen können, und unabhängig davon, auf welcher parteipolitischen Seite wir stehen, wissen wir alle, dass wir es besser machen können. Wir müssen es besser machen", schrieb der Oscar-Preisträger von 2014 ("Dallas Buyers Club") am späten Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Man müsse Maßnahmen ergreifen, damit niemand das erleben müsse, was die Eltern in Uvalde und andere Angehörige davor durchgemacht hätten.

"Wieder einmal haben wir auf tragische Weise bewiesen, dass wir es nicht schaffen, verantwortungsvoll mit den Rechten umzugehen, die uns unsere Freiheiten gewähren", schrieb McConaughey. Im Vergleich zu Europa ist das Waffenrecht in den USA allgemein sehr lax. Befürworter berufen sich auf den 1791 verabschiedeten zweiten Verfassungszusatz, der es ihrer Ansicht nach den Amerikanern erlaubt, Waffen zu tragen. Initiativen zur Verschärfung des Waffenrechts auf Bundesebene scheiterten bislang.

Für jeden Amerikaner sei es nun an der Zeit, sich zu fragen: "Was ist es, das wir wirklich schätzen? Wie können wir das Problem beheben?", forderte der US-Schauspieler. "Wir können nicht noch einmal ausatmen, uns in Ausreden flüchten und diese tragische Realität als Status quo akzeptieren."

Der in Texas geborene und aufgewachsene McConaughey hatte sich im vergangenen Jahr zunächst für eine Kandidatur als Gouverneur in seinem Heimatbundesstaat ins Gespräch gebracht. Einige Monate später sagte er jedoch ab.

Warriors-Coach Kerr nach Schulattentat: "Ich bin es so leid"

Der US-amerikanische Basketball-Meistertrainer Steve Kerr von den Golden State Warriors hat mit einer emotionalen Rede auf das jüngste Schulmassaker in den USA reagiert. "Wann werden wir etwas tun?", schrie Kerr in einer Pressekonferenz vor der Playoff-Partie bei den Dallas Mavericks am Dienstagabend (Ortszeit). "Ich habe es satt, ich habe genug!"

Kerr, als Spieler an der Seite von Michael Jordan Meister mit den Chicago Bulls, wollte deshalb nicht über Basketball reden. Sichtlich bewegt und zitternd sagte der 56-Jährige: "Ich bin es leid. Ich bin es so leid, hier aufzustehen und den zerstörten Familien da draußen mein Beileid auszusprechen." Immer wieder stockte Kerr die Stimme, mit der Hand schlug er mehrfach auf den Tisch.

Kerr forderte eine strengere Waffenkontrolle in den USA und richtete sich an 50 Senatoren, die das bislang verhindern würden. Der insgesamt achtmalige NBA-Champion spricht sich bereits seit längerem gegen Waffengewalt aus. Sein Vater war 1984 bei einem Terroranschlag in Beirut im Libanon erschossen worden.

Auch andere Sportlerinnen und Sportler äußerten sich zu dem Schulmassaker, darunter Dallas-Coach Jason Kidd. Die Partie der Mavericks gegen die Warriors startete mit einer Schweigeminute. Dallas gewann mit 119:109 und verkürzte in der Halbfinalserie der NBA-Playoffs auf 1:3.

Barack Obama nach Schulmassaker in Texas: "Unser Land ist gelähmt"

Der frühere US-Präsident Barack Obama (60) hat nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen und Wut über die Waffenlobby geäußert. "Michelle und ich trauern mit den Familien in Uvalde", schrieb Obama auf Twitter. "Sie erleben einen Schmerz, den niemand ertragen sollte." Er und seine Frau seien auch wütend, fügte der US-Demokrat hinzu und kritisierte in diesem Zusammenhang die oppositionellen US-Republikaner.

"Unser Land ist gelähmt, nicht durch Angst, sondern durch eine Waffenlobby und eine politische Partei, die keine Bereitschaft gezeigt haben, in irgendeiner Weise zu handeln, um diese Tragödien zu verhindern", erklärte Obama. Er erinnerte an ein Massaker an der Grundschule Sandy Hook im Jahr 2012 und an eine weitere Tat in Buffalo, bei der ein Schütze diesen Monat in einem Supermarkt das Feuer eröffnet hatte. Es sei längst an der Zeit zu handeln, schrieb der Ex-US-Präsident. Dass Familien noch auf konkrete Maßnahmen warten müssten, sei eine weitere Tragödie. Michelle Obama (58) teilte den Post auf ihrem eigenen Twitter-Profil.

US-Vize Harris nach Massaker an Grundschule: "Genug ist genug"

US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat nach dem Massaker an einer Grundschule in Texas neue politische Maßnahmen gefordert. "Genug ist genug", sagte Harris in Washington. "Als Nation müssen wir den Mut haben, zu handeln." Es müssten Maßnahmen ergriffen werden, die sicherstellen, dass derartige Verbrechen nicht mehr geschehen, sagte Harris - ohne konkret zu werden. "Unsere Herzen werden immer wieder gebrochen." Etliche Demokraten fordern nach dem Blutbad in der Kleinstadt Uvalde schärfere Waffengesetze.

US-Senator nach Massaker an Grundschule: "Warum sind wir hier?"

US-Senator Chris Murphy hat entsetzt auf das Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas reagiert und bewegende Worte an seine Senatskollegen gerichtet. "Was machen wir?", fragte der Demokrat am Dienstagnachmittag (Ortszeit) im US-Kongress. "Warum verbringen Sie so viel Zeit damit, für den Senat der Vereinigten Staaten zu kandidieren? Warum machen Sie sich die Mühe, diesen Job zu bekommen (...), wenn Ihre Antwort lautet, dass wir nichts tun, während diese Metzelei zunimmt und unsere Kinder um ihr Leben rennen", fragte er sichtlich um Fassung ringend. "Warum sind wir hier?"

Murphy kommt aus dem Bundesstaat, in dem 2012 im Ort Sandy Hook bei einem Massaker in einer Grundschule 20 kleine Kinder getötet worden waren. Solche Massaker seien nicht unvermeidlich. «So etwas passiert nur in diesem Land. Und nirgendwo sonst", sagte Murphy. «Nirgendwo sonst gehen kleine Kinder mit dem Gedanken zur Schule, dass sie an diesem Tag erschossen werden könnten." Murphy fügte hinzu: "Es ist unsere Entscheidung, ob das weitergeht."

"Arbeiten Sie mit uns zusammen, um einen Weg zu finden, Gesetze zu verabschieden, die dies weniger wahrscheinlich machen", forderte der Demokrat weiter. "Ich weiß, dass meine republikanischen Kollegen nicht mit allem einverstanden sein werden, was ich befürworte, aber wir können einen gemeinsamen Nenner finden." Für eine Verschärfung der Waffengesetze ist der Kongress zuständig, das US-Parlament. Viele Republikaner lehnen einen solchen Schritt ab. Die Waffenlobby ist in den USA sehr mächtig.

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loc/news.de/dpa